Der Zwick Pflege-Blog

Quereinstieg in die Pflege: Das Gefühl, wirklich etwas zu bewirken

Alexandra Schneider hat ihr gesamtes bisheriges Berufsleben im Verkauf verbracht, zuletzt als Kundenberaterin an der Fleischtheke. Im Interview erzählt sie, warum sie nach Jahren im Einzelhandel den Sprung in die Pflege gewagt hat und was sie dabei über sich selbst gelernt hat.

Wie sah Ihr beruflicher Weg vor Ihrem Quereinstieg in die Pflege aus?

Alexandra Schneider: „Ich war 40 Jahre im Verkauf tätig, davon 24 Jahre im Einzelhandel bei REWE. In dieser Zeit habe ich fast jede Station und jede Aufgabe durchlaufen, vom Kassenbereich bis zuletzt zur Fleischtheke im Service. Mein Job hat mir immer Spaß gemacht.“

Was hat Sie dazu bewegt, sich beruflich neu zu orientieren – und warum ausgerechnet die ambulante Pflege?

Alexandra Schneider: „Der Druck im Verkauf wurde für mich zuletzt einfach zu groß. Die Anforderungen sind immer weiter gestiegen, und die Atmosphäre hat mir zunehmend zugesetzt. Irgendwann war für mich klar: so geht es nicht weiter – ich brauche einen echten Neuanfang.

Die Idee kam eigentlich durch meine Familie und Freunde auf, die mich darauf angesprochen haben, warum ich nicht in die Pflege gehe. Ich selbst bin gar nicht auf den Gedanken gekommen, aber je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto interessanter fand ich den Gedanken.

Ich habe dann im Internet nach Pflegejobs in der Umgebung gesucht und bin direkt auf das Pflege- und Beratungszentrum Zwick in Bargteheide gestoßen, dort war ein Job in der Demenz-Wohngemeinschaft im Hammoor ausgeschrieben. Aus meinem Bekanntenkreis hatte ich bereits viel Gutes über Zwick gehört, daher habe ich mich einfach spontan beworben und wurde kurze Zeit später zum Vorstellungsgespräch eingeladen.“

Wie haben Sie das Vorstellungsgespräch erlebt?

Alexandra Schneider: „Das Gespräch hatte ich mit Julia Zwick-Oppermann, die den Pflegedienst gemeinsam mit ihrem Bruder Daniel Zwick leitet. Nachdem ich mich vorgestellt und einiges über mich erzählt habe, hat sich Julia Zwick-Oppermann zurückgelehnt, gelächelt und meinte: „Das ist genau Ihr Job, Sie sind wie dafür gemacht.“ Da musste ich auch lachen – anscheinend haben viele in meinem Umfeld das erkannt, bevor ich es bemerkt habe.“

Wie ging es dann weiter? Haben Sie sich noch bei anderen Pflegediensten beworben?

Alexandra Schneider: „Nachdem ich von Zwick die Zusage bekommen habe, habe ich noch um Bedenkzeit gebeten, da ich noch Einladungen zu weiteren Vorstellungsgesprächen hatte. Als mein Mann abends nach Hause kam, fragte er mich gleich, warum ich so grinse, das Gespräch müsse ja sehr gut gelaufen sein. Ich bin an diesem Abend glücklich und zufrieden ins Bett gegangen. Am nächsten Morgen habe ich bei Zwick angerufen und zugesagt. Ich wusste einfach: Das ist es! Seit dem 1. März 2026 bin ich nun als Pflegehilfskraft in der ambulanten Pflege bei Zwick tätig.“

Inwiefern hilft Ihnen Ihre Erfahrung aus dem Einzelhandel heute in der Pflege?

Alexandra Schneider: „Ich würde mich als freundlich und empathisch beschreiben, jemand, der sich um andere kümmert und gerne lacht – diese Eigenschaften sind im Einzelhandel ebenso wichtig wie in der Pflege. Für meine Stammkunden an der Fleischtheke hatte ich immer ein offenes Ohr und habe mich erkundigt, wie es ihnen geht, gerade die älteren Kunden waren dankbar für den zwischenmenschlichen Kontakt.

Einmal habe ich eine Kundin, deren Mann plötzlich gestorben war, an der Fleischtheke einfach in den Arm genommen, weil sie so verzweifelt war. Mich um andere zu kümmern und dafür zu sorgen, dass es ihnen gut geht, das war mir schon immer wichtig. Insofern liegen meine Aufgaben in der ambulanten Pflege und im Verkauf gar nicht so weit auseinander (lacht). Viele alte Menschen sind einsam und wünschen sich einfach ein wenig Austausch und Kontakt.“

Hatten Sie vor dem Wechsel auch Zweifel oder Bedenken?

Alexandra Schneider: „Ja, auf jeden Fall. Mit 54 Jahren einen kompletten Neustart zu wagen, das hat mir schon Respekt eingeflößt. Immer wieder kam der Gedanke: ‚Was ist, wenn ich es nicht schaffe?‘ Diese Unsicherheit hat mich ein bis zwei Wochen begleitet. Dann habe ich mir gesagt: Ich probiere es einfach und schaue, ob es passt. Zum Glück hatte ich meine Familie und mein Umfeld, die mich dabei sehr unterstützt haben.“

Was war anfangs die größte Herausforderung?

Alexandra Schneider: „Als Pflegehelferin übernehme ich die Grundpflege – dazu gehören zum Beispiel die Zahnhygiene, das Anziehen von Thrombosestrümpfen oder das Austeilen der Medikamente nach Plan. Bei manchen KundInnen, die nicht mehr so mobil sind, habe ich einen eigenen Schlüssel, andere öffnen mir selbst die Tür.

Am meisten Respekt hatte ich vor einer Sache, und zwar ob ich es schaffe, bei einem erwachsenen Menschen das Inkontinenzmaterial zu wechseln. Das gehört zu meinem Job einfach dazu. Doch als es dann so weit war, habe ich vor allem eines gesehen: den Menschen, nicht die Aufgabe. Und ich habe gemerkt, dass es den Menschen weitaus unangenehmer ist als mir – sie können es einfach nicht mehr und sind auf Hilfe angewiesen. Und die Dankbarkeit, die ich von Ihnen gespiegelt bekomme, ist einzigartig. Ich war schon lange nicht mehr so glücklich in meinem Job.“

Wie haben Sie Ihren ersten Arbeitstag erlebt?

Alexandra Schneider: „Um 7:30 Uhr bin ich ins Büro gekommen und habe mein neues Team kennengelernt – meine Kolleginnen und Kollegen bei Zwick haben mich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen. Sie haben mir alles gezeigt, bevor ich gemeinsam mit einer Kollegin zu meiner ersten Tour losgezogen bin. In den folgenden drei Wochen habe ich mit wechselnden Kolleginnen und Kollegen alle Touren durchlaufen. Zu Beginn habe ich vor allem zugeschaut, doch mit der Zeit habe ich immer mehr Aufgaben selbst übernommen und bin so Stück für Stück in meinen neuen Job reingewachsen.“

Wie so eine Tour im Alltag konkret aussieht, könnt ihr euch in diesem Video ansehen, in dem Alexandra Schneider und ihr Kollege Vincent, der ebenfalls über einen Quereinstieg zu Zwick gefunden hat, Einblicke in ihren Pflegealltag geben: Vincent und Alexandra auf Spättour

Wann hatten Sie das Gefühl: „Das war die richtige Entscheidung“? Gibt es eine Begegnung oder Situation, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Alexandra Schneider: „Wir waren bei einer Kundin, die nicht mehr essen und trinken wollte. Sie saß auf der Bettkante und weinte, da habe ich sie einfach in den Arm genommen und getröstet. Als sie sich etwas beruhigt hatte, habe ich ihr Grießpudding aus dem Kühlschrank geholt. Sie hat zwei, drei Löffel gegessen, und in diesem Moment wusste ich: ‚Du bewirkst etwas!‘ Das war ein echter Schlüsselmoment für mich.

Solche wertvollen Momente gibt es immer wieder. Mit einem Kunden, der an Demenz erkrankt ist, lache ich zum Beispiel sehr viel – auch wenn er am nächsten Tag schon wieder vergessen hat, wer ich bin. Genau diese Momente machen den Unterschied. Und das ist das Schöne bei Zwick: Ich kann mir die Zeit nehmen, die meine KundInnen brauchen, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen.“

Was motiviert Sie jeden Tag aufs Neue?

Alexandra Schneider: „Meine KundInnen sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Ich freue mich jeden Tag darauf, sie zu sehen und für sie da zu sein. Weil ich durch meine wechselnden Schichten nicht jeden Tag bei allen sein kann, wird das Wiedersehen jedes Mal ein kleines bisschen Besonderes – für mich genau wie für sie. Ich habe nicht nur den Job gewechselt: Ich habe meine Berufung gefunden.“

Was würden Sie Menschen sagen, die über einen Wechsel in die Pflege nachdenken?

Alexandra Schneider: „Ja, der Job kann anstrengend sein. Ja, man muss bei Wind und Wetter raus – auch am Wochenende, auch sehr früh morgens. Aber wer diesen Schritt wagt, wird es nicht bereuen! Ich gehe jeden Tag glücklich nach Hause. Für Menschen, die einsam sind, bedeuten die kurzen Momente, die ich bei ihnen verbringe, die ganze Welt. Bei Zwick können wir uns Zeit für die Pflege nehmen, ohne unter Zeitdruck zu stehen – die Kommunikation und die Atmosphäre im Team sind toll! Wer unsicher ist: ein Probearbeiten lohnt sich auf jeden Fall. So habe ich selbst mit über 50 noch meinen Traumjob gefunden!“

Ein Quereinstieg gelingt nicht allein durch Mut, er braucht auch die richtige Unterstützung im Team. Wie QuereinsteigerInnen bei Zwick strukturiert eingearbeitet, begleitet und ausgebildet werden, erklärt der stellvertretende Pflegedienstleiter Ronny Schmidt im zweiten Teil unserer Interviewreihe, der im August erscheint.

Lust, Alexandra Schneider bei ihrer Arbeit zu begleiten? In unserem YouTube-Video zeigt sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Vincent, wie ein typischer Tag in der ambulanten Pflege bei Zwick aussieht: jetzt Video ansehen.

Quereinstieg in die Pflege_Alexandra Schneider und Ronny Schmidt
Alexandra Schneider und Ronny Schmidt, stellvertretender Pflegedienstleiter bei Zwick
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