Der Zwick Pflege-Blog

Pflegefachkraft_Inga Jäntges und Felicia Schmidt

Ausbildung zur Pflegefachkraft: 3 Berichte aus der Praxis

Ausbildung zur Pflegefachkraft: zwischen Verantwortung, Zukunftssicherheit und echter Sinnhaftigkeit

Der Fachkräftemangel in der Pflege ist Realität, gleichzeitig entscheiden sich immer weniger junge Menschen bewusst für eine Ausbildung in diesem Bereich. Umso wichtiger ist es, inspirierende und authentische Einblicke in den Pflegeberuf zu geben.

In unserer Interviewreihe haben wir drei Mitarbeiterinnen zu ihren Erfahrungen und Meinungen befragt: Welche Perspektiven bietet die Pflege heute und in Zukunft? Welche Herausforderungen und Chancen sind mit einem Pflegeberuf verbunden? Und was erwarten die unterschiedlichen Generationen von einem Beruf in der Pflege?

Drei Stimmen aus der Praxis: Ausbildung, Entwicklung und Karriere in der Pflege

Inga Jäntges, die im Pflege- und Beratungszentrum Zwick die Auszubildenden als Praxisanleiterin betreut, berichtet im Interview über ihre Erfahrungen und zeigt auf, wie die Pflegeausbildung strukturiert ist, welche fachlichen und persönlichen Anforderungen angehende Pflegefachkräfte erwarten und wodurch sich die Ausbildung bei Zwick von anderen Einrichtungen unterscheidet.

In den folgenden beiden Interviews kommen unsere Auszubildenden selbst zu Wort: Im 2. Teil berichtet Ayleen Federow, die ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft bereits mit 17 Jahren begonnen hat und heute fest in unserem Pflegedienst angestellt ist, über ihre Erfahrungen. Im 3. Teil berichtet Felicia Schmidt von ihrem Weg bei Zwick von der ehemaligen Auszubildenden zur Teamleiterin in der Demenz-Wohngemeinschaft in Basthorst.

Teil 1: Inga Jäntges, Ausbildungs- und Praxisanleiterin bei Zwick

„Gute Ausbildung braucht Nähe, Struktur und Vertrauen“

Ausbildung zur Pflegefachkraft: 3 Berichte aus der Praxis

Inga Jäntges begleitet Auszubildende auf dem Weg zur Pflegefachkraft und gibt heute den Auftakt zu unserer Interviewreihe. Bei Zwick ist sie für das Qualitäts- und Prozessmanagement verantwortlich und betreut als eine von insgesamt vier PraxisanleiterInnen die Auszubildenden. 

Sie sind Praxisanleiterin – was genau sind Ihre Aufgaben?

Inga Jäntges: „Zu meinen Aufgaben als Praxisanleiterin gehört es, die Auszubildenden in ihrer praktischen Ausbildung zu unterstützen. Ich zeige ihnen, wie sie das erlernte Wissen aus der Schule in der Pflegepraxis umsetzen können. Es ist wichtig, dass Theorie und Praxis aufeinander abgestimmt sind, daher tauschen wir uns regelmäßig mit der Berufsschule aus, um sicherzustellen, dass die Inhalte zueinander passen.

Als Praxisanleitung stehen wir in engem Austausch mit unseren Azubis und nehmen uns Zeit für Reflexion und Feedbackgespräche. Nach jeder ambulanten Pflegetour besprechen wir uns kurz mit den Azubis und können so direkt bei Fragen oder Unsicherheiten, zum Beispiel im Umgang mit Demenzkranken oder schwerkranken Kunden, reagieren. Im Gespräch suchen wir gemeinsam nach Lösungen, das können zusätzlichen Übungen, Rollenspiele oder Trainings sein.“

Warum haben Sie sich entschieden, Praxisanleiterin zu werden?

Inga Jäntges: „Ich habe Freude daran, Menschen dabei zu unterstützen, sich weiterzuentwickeln und sie anzuleiten. Nach der Schule habe ich ein Lehramtstudium begonnen, aber nicht zu Ende geführt, weil ich mich für einen anderen Weg entschieden habe. Meine Begeisterung für die Lehrtätigkeit kann ich nun als Praxisanleiterin einbringen – in dieser Rolle habe ich bisher insgesamt bereits 25 Azubis im Rahmen ihrer Ausbildung begleitet.“

Was zeichnet aus Ihrer Sicht eine gute Pflegeausbildung aus?

Inga Jäntges: „Eine gute Ausbildung braucht Struktur, Vertrauen und Nähe. Letztere entsteht vor allem durch das Pflegeteam, denn mit diesem verbringen die Azubis einen Großteil der Zeit. Wir führen bei Zwick regelmäßig Mitarbeiterschulungen durch, wodurch wir sicherstellen, dass alle im Team den gleichen Wissensstand haben und den Azubis die Themen auf die gleiche Art und Weise näherbringen.

Ein wesentlicher Baustein in der Ausbildung ist die Praxisanleitung. Insgesamt sind 10% der Stunden, die die Auszubildenden bei uns verbringen, für die Praxisanleitung reserviert und diese Zeit ist im Ausbildungsplan bei Zwick fest verankert. Nach den Pflegetouren bespreche ich mit den Azubis, was gut und was nicht so gut war, welche Themen sie zukünftig vertiefen möchten oder wo sie aktuell Herausforderungen haben. Diese Reflexion ist wichtig, da sie Raum zur Entwicklung bietet.

Eine gute Ausbildung beruht darauf, dass alle Beteiligten – von der Schule über die Praxisanleiter bis zum Pflegeteam – Hand in Hand arbeiten, um den Auszubildenden eine bestmögliche Entwicklung und Entfaltung zu bieten.“

Verantwortung in der Ausbildung: Mehr als nur Fachwissen vermitteln

Sie stehen in engem Austausch mit den Azubis – was denken Sie, ist ihnen wichtig in der Ausbildung?

Inga Jäntges: „Ich habe in Vorbereitung auf das Interview mit unserer ehemaligen externen Auszubildenden Sina gesprochen, die bei Zwick eine Ausbildungsstation absolviert hat. Sie hat folgende Punkte als positiv und wichtig empfunden:

„Ich habe viel gelernt und mich sehr gefreut, dass ich eine Ausbildungsstation bei Zwick machen durfte! Gut gefallen hat mir die Kommunikation auf Augenhöhe und dass ich jederzeit Fragen stellen konnte. Die Arbeitsaufträge wurden gut erklärt – das ist keine Selbstverständlichkeit. Wenn mir etwas gezeigt wurde und ich es gelernt habe, durfte ich das Erlernte direkt anwenden – ich bin dankbar für dieses Vertrauen, das mir vom Team entgegengebracht wurde.“

Das Statement zeigt, worauf wir bei Zwick im Rahmen der Ausbildung Wert legen: Vertrauen, Offenheit und Kommunikation spielen eine wichtige Rolle.“

Wie ist die Ausbildung zur Pflegefachkraft bei Zwick strukturiert?

Inga Jäntges: „Die Ausbildung zur Pflegefachkraft beinhaltet wechselnde Blöcke von Schule und Praxis. In der Pflegeschule werden die theoretischen Grundlagen vermittelt und die Auszubildenden erhalten Arbeitsaufträge, die sie während ihrer praktischen Phasen bearbeiten.

Während der Ausbildung gibt es einen Ausbildungsträger, z.B. Pflegedienst Zwick, sowie wechselnde Praxiseinsätze in Kooperationsbetrieben. Die praktischen Einsätze sind in insgesamt fünf Stationen unterteilt, dazu gehören:

  • Akutpflege (z.B. Krankenhaus)
  • Langzeitpflege (z.B. Pflegeheim)
  • ambulante Pflege
  • Pädiatrie (Kinderpflege) und
  • Psychiatrie, wobei dieser Teil auch bei uns in den Demenz-Wohngemeinschaften absolviert werden kann.“

Wie lange dauert die Ausbildung und wie wird sie vergütet?

Inga Jäntges: „Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre, durch eine vorherige Pflegehelferausbildung kann sie jedoch um ein Jahr verkürzt werden. Bei Fehlzeiten, z.B. durch Krankheit oder Schwangerschaft, kann die Ausbildung auf max. 5 Jahre verlängert werden. Das Ausbildungsgehalt beträgt 1.191 – 1.353 Euro, nach der Ausbildung liegt die Gehaltsspanne dann zwischen 4.200 – 4.600 Euro. Damit ist das Gehalt sowohl während als auch nach der Ausbildung im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen durchaus attraktiv geworden.“

Perspektiven für die Zukunft: Mitgestaltung und Flexibilität

Welche Perspektiven bieten sich nach der Ausbildung?

Inga Jäntges: „Durch die generalistische Ausbildung ist nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung ein Einsatz in allen Pflegebereichen möglich. Nach der Ausbildung kann man sich zudem auf unterschiedliche Schwerpunkte spezialisieren, angefangen bei der Praxisanleitung über das Wund- und Schmerzmanagement, Pain Nurse, Intensivpflege, Palliativversorgung, Qualitätsmanagement, Pflegeberatung, Demenz-Wohngemeinschaften bis zur Pflegedienstleitung.“

Wenn jemand über eine Ausbildung in der Pflege nachdenkt, was sollte er/sie aus Ihrer Sicht darüber wissen und berücksichtigen?

Inga Jäntges: „Wichtig für den Beruf ist die Offenheit, immer wieder Neues zu lernen und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln. Pflegekräfte müssen bereit sein, sich Herausforderungen zu stellen und an ihnen zu wachsen, das erfordert auch ein gewisses Maß an Disziplin.

Da die ambulante Pflege bei unseren Kunden in ihrem zu Hause stattfindet, sind wir ständig in neuen Umgebungen im Einsatz und lernen verschiedene Angehörige kennen. Jeder Tag und jeder Kunde bringen neue Perspektiven und Herausforderungen mit sich, so dass es trotz einer gewissen Pflegeroutine niemals langweilig wird.

Für Interessierte, die noch unsicher sind, bietet sich ein Schnupper-Praktikum oder auch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an. SchülerInnen sind außerdem herzlich eingeladen, unseren Pflegedienst im Rahmen des Girls‘ und Boys’Day kennenzulernen. Zudem besteht die Möglichkeit, unsere Pflegekräfte einen Tag zu begleiten und dadurch echte Einblicke zu bekommen. Interessenten können sich jederzeit gerne bei uns melden.“

Was unterscheidet die Ausbildung bei Zwick von anderen Pflegediensten?

Inga Jäntges: „Da wir insgesamt vier PraxisanleiterInnen bei Zwick haben, ist der Betreuungsschlüssel bei uns sehr gut. Die Praxisanleitungstage sind fest im Dienstplan verankert und wir achten darauf, dass wir dort genau die Themen besprechen und üben, die für unsere Auszubildenden wichtig sind und die sie weiter vertiefen möchten. Diese Themenschwerpunkte berücksichtigen wir dann bei der Tourenplanung, z.B. wenn es um ein bestimmtes Krankheitsbild geht, das die Azubis in der Praxis näher kennenlernen möchten.

Darüber hinaus haben wir ein Wertesystem, das im Unternehmen gelebt wird, hierzu gehören lebenslanges Lernen, Wertschätzung, Verantwortung und Nachhaltigkeit. Bei uns wird jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter gesehen – unsere Geschäftsführung kennt das gesamte Team. Der Umgang im Team miteinander ist sehr wertschätzend und die Atmosphäre wirklich familiär.

Durch die kooperative Führung haben alle MitarbeiterInnen außerdem die Möglichkeit, unseren Pflegedienst mitzugestalten und sich aktiv einzubringen. All diese Punkte machen Zwick in Summe zu einem besonderen und einzigartigen Arbeitgeber.“

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pflegausbildung?

Inga Jäntges: „Ich wünsche mir, dass es nach wie vor Menschen gibt, die eine Ausbildung in der Pflege machen möchten. Denn dieser Beruf gibt einem – bei aller Belastung – sehr viel zurück, vor allem Wertschätzung und Dankbarkeit.

Die jüngere Generation hat allerdings größtenteils andere Vorstellungen von ihrer Work/Life-Balance, das ist ein wichtiges Thema. Um den Pflegeberuf auch für diese Generation attraktiv zu gestalten, müssen wir als Pflegedienst auf diese veränderten Erwartungen reagieren. Dennoch ist es wichtig, in der Ausbildung traditionelle Werte wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit zu vermitteln, denn diese Werte sind wichtige Pfeiler für die Pflege.

Auf einem Pflegekongress, den ich kürzlich besucht habe, wurden neue Arbeitsmodelle vorgestellt, die es Pflegekräften erlauben, ihren Dienstplan selbst mitzubestimmen und langfristig zu planen, statt in starren Schichtmustern zu arbeiten. In diese Richtung müssen wir zukünftig stärker denken, wenn wir die junge Generation für den Pflegeberuf gewinnen wollen.

Bei Zwick arbeiten wir im Rahmen des GAP-Projektes (Gute Arbeitsbedingungen in der Pflege) gemeinsam mit den gesamten Führungsteam daran, die Arbeitsbedingungen kontinuierlich weiter zu verbessern. Durch unsere regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen können wir genau sehen, was unserem Team wichtig ist und wie wir uns in diesen wichtigen Punkten weiterentwickeln können. Damit berücksichtigen wir die Bedürfnisse aller Generationen in unserem Pflegedienst, denn die Zukunft können wir nur gemeinsam erfolgreich gestalten.“

Jetzt Ausbildung zur Pflegefachkraft bei Zwick starten?

Bewirb‘ Dich jetzt über unser Bewerbungsportal oder per E-Mail an bewerbung@pflegedienst-bargteheide.de – wir freuen uns auf Dich!

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